Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist ein wichtiger Schritt, zurück in den Alltag und voller neuer Möglichkeiten und Herausforderungen. Nach der wertvollen Zeit mit Ihrem Kind freuen Sie sich vielleicht darauf, wieder beruflich durchzustarten, sind sich aber noch unsicher, wie Sie diesen Übergang am besten gestalten können. Es gibt es viele hilfreiche Angebote und Tipps, die Ihnen den Start erleichtern und dabei helfen, Familie und Beruf gut miteinander zu verbinden. In diesem Ratgeber geht es darum, Ihnen zu helfen motiviert und gut vorbereitet zurück ins Berufsleben zu finden.
Zurück in den Job: Vorbereitung ist das A und O
Der Wiedereinstieg beginnt nicht erst, wenn das Kind in den Kindergarten oder die Schule kommt. Am besten planen Sie Ihren beruflichen Neustart schon während der Elternzeit. Informieren Sie sich über Ihre Rechte, betriebliche Möglichkeiten und Ihre persönlichen Wünsche. Ein Gespräch mit der Personalabteilung oder der direkten Vorgesetzten kann helfen, den Wiedereinstieg zu besprechen und Rahmenbedingungen wie Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle oder Homeoffice zu klären.
Nutzen Sie auch die Zeit, um Ihre beruflichen Ziele neu zu definieren. Möchten Sie in Ihrem bisherigen Berufsfeld bleiben, sich weiterbilden oder etwas ganz Neues ausprobieren? Eine klare Orientierung erleichtert den Wiedereinstieg erheblich.

Kinderbetreuung: Frühzeitig klären, wer Ihr Kind betreut
In der Schweiz stellt die Kinderbetreuung beim Wiedereinstieg eine grössere Herausforderung dar als in vielen anderen Ländern, da nicht überall flächendeckend bezahlbare Betreuungsangebote zur Verfügung stehen. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig zu klären, wer Ihr Kind während Ihrer Arbeitszeit betreut. Im Idealfall erklären sich die Grosseltern bereit, ihr Enkelkind an einzelnen Tagen zu hüten. Ist diese Möglichkeit nicht gegeben, stellen sich Fragen wie: Kommt eine Tagesmutter infrage? Gibt es vielleicht die Möglichkeit, sich mit anderen jungen Eltern in der Betreuung abzuwechseln oder können die Eltern Teilzeit oder im Homeoffice arbeiten? Viele Gemeinden bieten Beratungen zur Kinderbetreuung an. Nutzen Sie diese Angebote frühzeitig, denn vor allem die bezahlbaren Plätze im Kinderhort sind gefragt.
Auch kombinierte Lösungen, zum Beispiel halbtags Kita, ergänzt durch Grosseltern oder flexible Arbeitstage, können funktionieren. Entscheidend ist, dass die gewählte Betreuungsform zu Ihrer beruflichen Situation und zu den Bedürfnissen Ihres Kindes passt. Eine stabile und verlässliche Betreuung ist die Grundlage dafür, dass Sie sich im Job gut konzentrieren und wieder durchstarten können.

Weiterbildung und Qualifikation: Fit für den aktuellen Arbeitsmarkt
Je länger die Elternzeit dauert, desto wichtiger ist es, fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Schweizer Arbeitswelt entwickelt sich ständig weiter, neue Technologien, Methoden und Anforderungen prägen die Berufswelt. Wenn Sie nach längerer Kinderbetreuung Ihre Kenntnisse auffrischen oder sogar neue Kompetenzen erwerben, erhöhen Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich.
Viele Organisationen und Volkshochschulen bieten speziell auf Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger zugeschnittene Kurse an, von EDV-Schulungen über Sprachkurse bis hin zu Führungstrainings. Auch Online-Angebote wie Webinare oder E-Learning sind flexible Möglichkeiten, sich neben Familie und Alltag weiterzubilden.


Netzwerken: Kontakte pflegen und erweitern
Der Kontakt zu ehemaligen Kolleginnen und Kollegen ist wertvoll. Ein aktives Netzwerk hilft Ihnen, über freie Stellen informiert zu bleiben und erleichtert den Einstieg oder Wiedereinstieg beim ehemaligen Arbeitgeber. Plattformen wie LinkedIn oder Xing bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihr berufliches Profil zu pflegen und sich mit Fachleuten auszutauschen. Vernetzen Sie sich zudem mit anderen Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern. Der Austausch über Erfahrungen, Tipps und Herausforderungen motiviert und bringt neue Impulse. Viele Kantone und private Anbieter organisieren Workshops oder Treffen speziell für Eltern, die wieder ins Berufsleben zurückkehren. Zudem gibt es online die Möglichkeit, sich mit anderen Mamas und Papas auszutauschen, zum Beispiel in entsprechenden Facebook Gruppen.

Flexible Arbeitsmodelle für junge Eltern nutzen
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht für viele Eltern im Vordergrund. Zum Glück bieten immer mehr Schweizer Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle, die auf die Bedürfnisse von Eltern zugeschnitten sind. Dazu zählen Teilzeitstellen, Gleitzeit, Homeoffice oder Jobsharing. Informieren Sie sich frühzeitig, welche Modelle in Ihrem Unternehmen möglich sind. Arbeitgeber schätzen Bewerberinnen und Bewerber, die offen kommunizieren, wie sie Arbeit und Familie organisieren möchten. Innovative Unternehmen erlauben manchmal sogar – was natürlich nicht in jedem Beruf möglich ist – dass Sohn oder Tochter, wenn die Betreuungsperson einmal ausfallen sollte, kurzfristig für ein paar Stunden mit Mama oder Papa zur Arbeit kommen dürfen.

Bewerbungsphase: Authentisch und gut vorbereitet
Eine Bewerbung nach einer längeren Auszeit stellt viele junge Eltern vor besondere Herausforderungen. Ein offener und positiver Umgang mit der Elternzeit ist meist der beste Weg: Erklären Sie im Anschreiben, dass Sie sich gut auf den Wiedereinstieg vorbereitet haben und nun motiviert sind, Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen wieder einzubringen.
Heben Sie dabei Ihre Kompetenzen hervor – nicht nur fachliche, sondern auch soziale Fähigkeiten wie Organisationstalent, Flexibilität oder Multitasking, die Sie während der Elternzeit weiterentwickelt haben.
Nutzen Sie moderne Bewerbungswege, zum Beispiel Online-Bewerbungstools, und achten Sie darauf, dass Ihr Lebenslauf und Ihr Anschreiben aktuell und professionell gestaltet sind. Beratungsstellen oder Karriere-Coaches können Ihnen hierbei hilfreiche Unterstützung bieten.

Mentale Stärke und Selbstvertrauen aufbauen
Der Wiedereinstieg ist nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine emotionale Herausforderung. Unsicherheiten, Angst vor Überforderung oder Zweifel sind ganz normal. Ein realistischer Blick auf Ihre Erwartungen und das Einbeziehen von Unterstützung, etwa durch Partner, Familie oder professionelle Beratung, helfen Ihnen, gut durch diese Phase zu kommen.
Nehmen Sie sich Zeit, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Kleine Erfolge stärken Ihr Selbstvertrauen. Denken Sie daran: Der Wiedereinstieg ist kein Sprint, er sollte für alle, vor allem für jüngere Kinder, allmählich stattfinden, schliesslich stellt er den gewohnten Alltag auf den Kopf.

Finanzielle Aspekte klären
Neben der Organisation der Arbeitszeit sollten Sie auch die finanziellen Folgen bedenken. In der Schweiz gibt es unterschiedliche Regelungen zu Mutterschafts- und Vaterschaftsentschädigung, Elterngeld und Sozialversicherungen. Ebenso kann sich durch Teilzeitstellen oder geänderte Arbeitszeiten das Einkommen verändern. Frühzeitige Beratung, zum Beispiel bei Sozialversicherungsstellen oder spezialisierten Beratungsstellen, ist daher empfehlenswert. So vermeiden Sie Überraschungen und können Ihre finanzielle Planung sicher gestalten.
Fazit: Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist eine spannende Neuorientierung. Mit guter Vorbereitung, steter Weiterbildung, einem starken Netzwerk und der Nutzung flexibler Arbeitsmodelle können Sie diesen Schritt erfolgreich meistern. Nutzen Sie die vielfältigen Angebote von beruflichen Kursen über Beratung bis hin zu familienfreundlichen Arbeitsplätzen. Seien Sie offen für Neues, bleiben Sie geduldig mit sich selbst und vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten. So wird der Wiedereinstieg nicht nur eine Rückkehr in den Job, sondern eine Chance für einen erfüllten neuen Lebensabschnitt.







