Wenn Sie sich auf eine neue Stelle bewerben, möchten Sie natürlich möglichst bald zu einem Gespräch eingeladen werden. Doch was macht heute eine gute Bewerbung aus? Viele Menschen sind, vor allem dann, wenn sie sich viele Jahre nicht um eine neue Stelle bemühen mussten, unsicher, ob ihr Schreiben noch den Erwartungen entspricht. Die gute Nachricht: Sie müssen keinen perfekten Text verfassen. Viel wichtiger ist, dass Ihre Bewerbung ehrlich, verständlich und persönlich ist. Das zeigt, dass Sie sich mit der Stelle auseinandergesetzt haben.
Persönlich statt perfekt – so überzeugen Sie
In vielen Bewerbungen stehen die immer gleichen Floskeln: «Ich bin teamfähig und belastbar» oder «Hiermit bewerbe ich mich…». Solche Sätze wirken austauschbar und sagen wenig über Sie als Person aus. Versuchen Sie stattdessen, direkt und persönlich zu schreiben, so, wie Sie jemandem erzählen würden, der Sie fragt, warum Sie sich genau auf diese Stelle bewerben.
Zum Beispiel: «Seit acht Jahren arbeite ich im Verkauf und habe Freude daran, Kundinnen und Kunden ehrlich zu beraten.» Oder: «Ich bin gern in Bewegung und schätze praktische Arbeit, deshalb spricht mich Ihre Stelle in der Lagerlogistik besonders an.» Solche Aussagen zeigen, dass Sie sich Gedanken gemacht haben und mit Herz dabei sind.

Klarer Aufbau – einfach und wirkungsvoll
Ihr Bewerbungsschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Es muss nicht übertrieben oder besonders kreativ sein. Ein ehrlicher, klarer Text reicht völlig. Beginnen Sie mit einer kurzen Einleitung, in der Sie erklären, warum Sie sich auf genau diese Stelle bewerben. Danach beschreiben Sie Ihre wichtigsten Erfahrungen oder Fähigkeiten, die zur ausgeschriebenen Tätigkeit passen. Am Ende reicht ein freundlicher Satz wie: «Ich freue mich, wenn Sie mich zu einem Gespräch einladen.»
Wirklich überzeugend wird Ihre Bewerbung, wenn Sie konkrete Beispiele nennen. Schreiben Sie nicht nur: «Ich habe in der Reinigung oder als Betreuerin gearbeitet», sondern: «Ich war verantwortlich für die gründliche Reinigung von Büros, inklusive Böden, Küchen und sanitären Anlagen.» Oder: «In meiner Arbeit als Pflegehelferin begleite ich mit viel Herz ältere Menschen im Alltag und übernehme Aufgaben wie das Reichen von Mahlzeiten oder die Medikamentengabe.»

Lebenslauf und Zeugnisse – das Wesentliche zählt
Zum Bewerbungsschreiben gehört ein Lebenslauf, der übersichtlich und vollständig ist. Beginnen Sie mit Ihrer letzten Stelle und arbeiten Sie sich zeitlich zurück. Geben Sie für jede Station an, wo Sie gearbeitet haben, in welchem Zeitraum und welche Aufgaben Sie dort übernommen haben. Zwei bis drei Stichworte pro Stelle genügen.
Bei den Zeugnissen gilt: Weniger ist oft mehr. Sie müssen nicht jedes Schul- oder Ferienjobzeugnis mitschicken. Wichtig sind die letzten Arbeitszeugnisse, vor allem jene, die einen Bezug zur angestrebten Stelle haben. Wenn Ihnen ein Dokument fehlt, können Sie das ruhig kurz erwähnen, zum Beispiel mit dem Hinweis: «Zeugnis leider nicht mehr vorhanden» oder «auf Wunsch nachreichbar».

Jede Bewerbung sollte individuell sein
Vielleicht haben Sie schon einmal dieselbe Bewerbung an mehrere Firmen geschickt in der Hoffnung, dass es irgendwo klappt. Doch Personalverantwortliche merken sehr schnell, wenn ein Schreiben nicht auf die Stelle zugeschnitten ist. Es lohnt sich, sich über das Unternehmen zu informieren. Schauen Sie sich zum Beispiel die Webseite an: Was macht die Firma aus? Was scheint ihr wichtig zu sein?
Wenn Sie im Text darauf eingehen, macht das einen positiven Eindruck. Zum Beispiel: «Ihre Bäckerei legt grossen Wert auf Handarbeit, das gefällt mir, denn auch ich arbeite gern sorgfältig und mit Liebe zum Detail.» Oder: «Ich habe gelesen, dass Sie Lernende ausbilden, das zeigt, dass Ihnen junge Menschen wichtig sind. Das spricht mich an.»
Solche Sätze zeigen, dass Sie sich wirklich für die Stelle und das Unternehmen interessieren und das ist oft entscheidender als ein perfektes Bewerbungsschreiben.

Gestaltung – sauber, lesbar, professionell
Sie brauchen kein aufwendiges Design oder spezielle Programme. Schreiben Sie Ihre Bewerbung am Computer, verwenden Sie eine gut lesbare Schrift wie Arial oder Calibri, und speichern Sie Ihre Unterlagen als PDF. So bleibt die Formatierung erhalten. Achten Sie darauf, dass keine Rechtschreibfehler oder Tippfehler im Text sind. Lassen Sie Ihre Bewerbung im Zweifel von jemandem gegenlesen, vier Augen sehen mehr als zwei.

Hilfe holen ist völlig in Ordnung
Nicht jede oder jeder ist geübt im Schreiben oder am Computer. Das ist kein Grund zur Sorge. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen, zum Beispiel von Freundinnen, Bekannten oder Beratungsstellen. Wenn Sie beim RAV gemeldet sind, haben Sie sogar Anspruch auf kostenlose Unterstützung: Bewerbungskurse, Coachings oder Hilfe beim Erstellen der Unterlagen. Sprechen Sie einfach Ihre RAV-Beraterin oder Ihren Berater darauf an.
Fazit: Eine erfolgreiche Bewerbung muss nicht perfekt sein, aber ehrlich, übersichtlich und mit Persönlichkeit geschrieben. Ein guter Arbeitgeber sieht, dass Sie motiviert sind und wissen, was Sie anzubieten haben und was Sie suchen. Ob Sie im Dienstleistungsbereich, in der Pflege, im Büro oder auf dem Bau arbeiten möchten: Wichtig ist, dass Sie sagen, warum Ihnen der Job gefällt und was Sie nachweislich gut können. Wenn Sie sich Mühe geben und Ihre Bewerbung individuell gestalten, steigen Ihre Chancen auf ein Gespräch deutlich, ganz egal, in welchem Beruf und in welcher Branche Sie arbeiten möchten.







